04.09.2019

Öffentliche Förderung in Deutschland

Digitalisierung im Mittelstand

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Die Konjunkturaussichten in Deutschland trüben sich allmählich ein. In den deutschen Vorzeigebranchen Automobil, Maschinenbau und Chemie gehen die Auftragseingänge zurück. Die Stimmung verschlechtert sich daher auch bei den vielen mittelständischen Zulieferern. Verträge mit Zeitarbeitsfirmen werden nicht verlängert und Personalabbau ist plötzlich wieder ein Thema. Umso wichtiger ist es für den Mittelstand, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Produkten voranzutreiben. Nur so können Kosten intelligent gesenkt und neue smarte Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat die Dringlichkeit und Innovationslücken im deutschen Mittelstand bereits 2014 erkannt, eine digitale Agenda ausgerufen und die Förderung mittelständischer Unternehmen mit anderen Institutionen intensiviert. 

Mittelstand-4.0-Kompetenzzentren

Sie sollen den Mittelstand bei der Digitalisierung und vor allem beim Megathema Industrie 4.0 durch praxistaugliche Informationen und Demonstrationen unterstützen. Dazu gibt es www.plattform-i40.de, ein gemeinsames Portal der Wirtschaftsverbände BITKOM, VDMA und ZVEI.

  1. Augsburg: Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, Projektgruppe, Ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen,
  2. Berlin: Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland e.V.,
  3. Chemnitz: Technische Universität Chemnitz, Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme,
  4. Darmstadt: Technische Universität Darmstadt, Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen,
  5. Dortmund: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik,
  6. Hamburg: Handelskammer Hamburg Service GmbH,
  7. Hannover: Leibnitz Universität, Produktionstechnisches Zentrum,
  8. Ilmenau: Technische Universität Ilmenau, Fachgebiet Fertigungstechnik im Thüringer Zentrum für Maschinenbau,
  9. Kaiserslautern: Technologie-Initiative SmartFactoryKL e.V.,
  10. Stuttgart: Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Mittelstand-4.0-Agenturen

Hinzu kommen vier Mittelstand-4.0-Agenturen, in denen über bundesweit übergreifende Fragestellungen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 informiert wird. KMU können in den neuen Kompetenzzentren neue digitale Anwendungen kennen lernen, sie auf ihre Unternehmenssituation zuschneiden und ausprobieren.

  1. Berlin: BSP Business School Berlin, Spezialgebiet digitale Kommunikationsprozesse, Wissensmanagement, eLearning und Innovationsmanagement,
  2. Dortmund: FTK Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation e.V., Spezialgebiet digitales Prozess- und Ressourcenmanagement,
  3. Köln: IfH Institut für Handelsforschung GmbH, Spezialgebiet neue Technologien im Digitalen Handel (z. B. eRechnung),
  4. Stuttgart: Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Spezialgebiet Cloud-Computing-Technologien.

Förderprogramm „go-digital“

Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oder des Handwerks mit weniger als 100 Mitarbeitern, 20 Millionen Umsatz (oder Bilanzsumme) und einer Betriebsstätte in Deutschland können sich über das BMWI-Programm go-digital Beratungsleistungen rund um Digitalisierung und eine Softwareinstallation fördern lassen, und zwar 50 Prozent auf einen maximalen Beratertagessatz von 1.100 Euro netto. Das begünstigte KMU trägt nur seinen Eigenanteil. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Beratertage in einem Zeitraum von bis zu 6 Monaten. Auch die EU bietet spezielle Förderprogramm für die Digitalisierung.

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