13.10.2025

Auslandsgeschäft stagniert

KfW-Internationalisierungsbericht 2025

iStock, Tryaging

Nach Angaben des aktuellen KfW-Internationalisierungsberichtes 2025 zieht sich der Mittelstand tendenziell aus dem Exportgeschäft zurück. Nur 47 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen sind noch im Ausland aktiv. 2015 waren es noch 57 Prozent.

Gründe

  • Politik unter Trump: Die neuen US-Zölle von 15 Prozent bzw. 50 Prozent auf Stahl und Aluminium machen vor allem mittelständische Unternehmen ohne US-Produktion zu schaffen. Schon im Januar 2025 erwarteten 34 Prozent der Mittelständler negative Auswirkungen.  
  • Bürokratie: Steigende Auflagen und Aufwände wie Klimavorgaben, Exportgenehmigungen und Zollverfahren verschlingen Ressourcen, die sonst für andere Aufgaben verwendet werden könnten.
  • Energiekosten und China-Konkurrenz: Die Energiekosten sind zwar seit Beginn des Ukrainekriegs wieder gesunken. Dennoch leiden insbesondere energieintensive Branchen noch immer darunter, umso mehr durch den wachsenden Preisdruck durch chinesische Anbieter.
  • Fachkräftemangel: Für rund 15 Prozent der befragten auslandsaktiven Mittelständler ist der Fachkräftemangel nach wie vor ein Hemmnis, obwohl Arbeitskräfte aufgrund des zunehmenden Stellenabbaus in Deutschland zunehmend verfügbar sind.

Auswirkungen

Auch wenn die allgemeine Lage düster wirkt, ist nicht alles rabenschwarz. Immerhin 21 Prozent der auslandsaktiven Mittelständler konnten ihre Umsätze steigern. Während Handel und Dienstleistungen deutliche Rückgänge hinnehmen mussten, hat das verarbeitende Gewerbe ein Umsatzplus von 9 Prozent erzielt.

Wichtigste Chance dabei: Deutsche mittelständische Unternehmen bleiben ihrer Strategie treu und setzen auf Differenzierung statt auf Preisführerschaft. Nur 7 Prozent aller deutschen Mittelständler streben eine Preisführerschaft an. Gleichzeitig sagen 44 Prozent der befragten Unternehmen, dass sich die eigene Innovationskraft positiv auf ihre Auslandsumsätze ausgewirkt hat.  

Auch das Geschäft vor der eigenen Haustür wird wieder wichtiger. Über 30 Prozent der befragten Mittelständler geben an, dass insbesondere Mittel- und Osteuropa für sie an Bedeutung gewinnen.

Bundesbank-Studie

Auch die Deutsche Bundesbank beschäftigt sich in einer aktuellen Studie mit dem mehrjährigen Rückgang der deutschen Exportmarktanteile. Er ist nach Auffassung der Bundesbank-Experten vorwiegend struktureller Natur und dürfte ohne entschlossene Gegenmaßnahmen bei Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit und Marktdiversifizierung anhalten oder sich verstärken. Die deutsche Wirtschaft steht damit vor tiefgreifenden Anpassungen und einer notwendigen Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Wenn Sie eine Finanzierung für Ihr Auslandsgeschäft benötigen, sprechen Sie uns bitte an. Wir beraten Sie gerne.

Volksbank Überlingen

Udo Lax
Direktor Firmenkunden
Landungsplatz 11
88662 Überlingen

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Fax: 07551 930 9010

Volksbank Überlingen

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