04.09.2025

Kostensenkung im Fokus

DZ BANK Sonderumfrage im Mittelstand

iStock, David Gyung

Die aktuelle Sonderumfrage der DZ BANK unter mehr als 1.000 Entscheidern des deutschen Mittelstands zeigt trotz wirtschaftlich schwieriger Lage eine weitgehende Investitionsbereitschaft für Zukunftsprojekte. Doch haben sich die Prioritäten der Unternehmen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschoben.

Wichtigste Ergebnisse und Trends

  • 90 Prozent der Unternehmen planen weiterhin Investitionen in Projekte zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit. 37 Prozent wollen ihr Budget für diese Projekte leicht und 11 Prozent deutlich erhöhen. Die Investitionsbereitschaft liegt damit auf ähnlich hohem Niveau wie 2023.
  • Im Zentrum der Investitionen stehen Maßnahmen zur Kostenreduktion. Digitalisierung, Effizienzsteigerung und Automatisierung sind die drei wichtigsten Investitionsfelder. 61 Prozent der Befragten wollen ihre Digitalisierungsausgaben erhöhen (7 Prozentpunkte mehr als 2023), bei der Effizienzsteigerung beträgt das Plus sogar 16 Prozentpunkte (jetzt 53 Prozent), bei der Automatisierung 3 Prozentpunkte (jetzt 49 Prozent).
  • Die Ausgaben für die Digitalisierung steigen branchenübergreifend, vor allem aber im Handel mit 72 Prozent und bei Dienstleistungen mit 70 Prozent. Dagegen bleibt der Bausektor bei der Digitalisierung zurück.
  • Die Themen Nachhaltigkeit und Mitarbeiterentwicklung verlieren deutlich an Relevanz: Nur noch 33 Prozent (statt 45 Prozent vor zwei Jahren) wollen mehr in Weiterbildung investieren. Im Bereich Umweltmanagement/Nachhaltigkeit sind es nur noch 34 Prozent (2023: 49 Prozent).
  • Etwa zwei Drittel der Befragten sehen die hohe Kostenbelastung und bürokratische Hürden in Deutschland als größte Hemmnisse für weitere Zukunftsinvestitionen.
  • Der Fachkräftemangel spielt aktuell eine geringere Rolle (jetzt nur noch für 44 Prozent). Noch vor zwei Jahren war er mit 58 Prozent ein zentrales Problem.

Hintergrund und Einordnung

Die Umfrageteilnehmer priorisieren aktuell klar Zukunftsprojekte, die unmittelbar oder mittelbar zur Kosteneinsparung beitragen. Digitale Transformation, Prozessautomatisierung und Effizienz stehen dabei im Vordergrund. Der zunehmende Fokus auf die Digitalisierung soll auch dem demografisch bedingten Fachkräftemangel begegnen. Die geringere Relevanz von Themen wie Nachhaltigkeit und Mitarbeiterentwicklung interpretieren die Studienautoren vor allem als Folge bereits getätigter Investitionen, aber auch als Ergebnis der aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten.

Ein zentrales Risiko aus Sicht der DZ BANK ist, dass die standortbedingten Kosten die Investitionsdynamik und damit die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig gefährden könnten. Zwar werden steuerliche Entlastungen und geplante Reformen begrüßt, aber als nicht ausreichend eingestuft, um die strukturellen Kostennachteile kurzfristig zu beseitigen.

Link zur vollständigen Studie

Volksbank Überlingen

Udo Lax
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Volksbank Überlingen

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