30.10.2019

Verjährungsfristen prüfen

Zahlungsansprüche rechtzeitig sichern

© xtock - stock.adobe

Jährlich gehen Unternehmen Millionenbeträge durch nicht eingehaltene Verjährungsfristen verloren. Daher lohnt es sich, jetzt den Forderungsbestand zu prüfen, um am Jahresende keine Fristen zu versäumen. Mit Ablauf des 31. Dezember verjähren die Zahlungsansprüche des täglichen Geschäftsverkehrs, die der regelmäßigen Verjährungsfrist unterliegen. Wer die Verjährungsfrist versäumt, geht leer aus und der Schuldner kommt ungeschoren davon.

Rechtzeitiges Handeln lohnt sich

Mit der rechtzeitigen Zustellung eines gerichtlichen Mahnbescheids innerhalb der Verjährungsfrist können Sie den Zahlungsanspruch gegenüber Ihrem Gläubiger über den Stichtag sichern. Alle Anträge, die bei den Mahngerichten bis zum 31.12. eingehen, unterbrechen die Verjährungsfrist, die üblicherweise drei Jahre dauert. Sie gilt für alle Ansprüche des täglichen Lebens, die nicht anderweitig geregelt sind, zum Beispiel Ansprüche auf Kaufpreis- oder Mietzahlungen.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, zu laufen. Damit drohen Ende 2019 insbesondere Rechnungen aus dem Jahr 2016 zu verjähren!

Diese Verjährungsfristen sollten Sie kennen

  • 3 Jahre - diese regelmäßige Verjährungsfrist (§ 195 BGB) gilt grundsätzlich für alle Ansprüche des täglichen Lebens: Kaufpreiszahlung, Mietzahlung, Werklohn, Zinsansprüche. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger Kenntnis erhielt.
  • 30 Jahre - bei Herausgabeansprüchen aus Eigentum und anderen dinglichen Rechten, Familien- und erbrechtlichen Ansprüchen, rechtskräftig festgestellten Ansprüchen (titulierten Ansprüchen), Ansprüchen aus vollstreckbaren Vergleichen oder vollstreckbaren Urkunden, Ansprüchen, die durch die im Insolvenzverfahren erfolgte Feststellung vollstreckbar geworden sind. Die Frist beginnt Tag genau ab Anspruchsentstehung. Der Anspruch verjährt dann in 30 Jahren auf den Tag genau und nicht erst zum Ende des Jahres.

Sonstige Fristen

  • 6 Monate - bei Ersatzansprüchen zum Beispiel aus Miete und Leihe wegen Veränderung/Verschlechterung der Sache, beginnend ab Rückerhalt der Sache.
  • 1 Jahr - ab Ablieferung der Ware bei Fracht- und Speditionskosten.
  • 2 Jahre - ab Ablieferung / Abnahme bei kauf- und werkvertraglichen Mängelansprüchen.
  • 5 Jahre - bei Mängelansprüchen bei Bauwerken und eingebauten mangelhaften Sachen ab Übergabe / Abnahme.
  • 10 Jahre - bei Ansprüchen, die sich auf Rechte an Grundstücken richten.

Verjährungsfrist hemmen oder neu beginnen

Die Verjährungsfrist beginnt neu, wenn ein Anerkenntnis des Schuldners vorliegt z.B. durch Abschlagszahlung oder eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird (§ 212 BGB). Der Anspruch verjährt dann auf den Tag genau.

Eine Hemmung erfolgt zum Beispiel durch rechtzeitige, d.h. vor Ablauf des 31. Dezembers, Beantragung und Zustellung eines gerichtlichen Mahnbescheids oder durch die Aufnahme von Verhandlungen zwischen Gläubiger und Schuldner. Zu beachten ist, dass außergerichtliche Mahnungen, also private Zahlungsaufforderungen, die laufende Verjährung Ihrer Ansprüche nicht hemmen, selbst wenn sie schriftlich oder in Form eines eingeschriebenen Briefes erfolgen.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Drucken
b-ass.org newcomic