03.10.2019

Schallquellen beseitigen, Leistung steigern

Die richtige Akustik im Büro

© Kai Koehler - stock.adobe

Der Mensch ist die größte Schallquelle im Büro. Vor allem in Open-Space-Büros sind Geräuschquellen wie Kollegengespräche, Telefonate, Tippen auf der Tastatur und Herumlaufen unvermeidlich. Je größer der Raum und die Zahl der Arbeitsplätze, desto höher ist der Geräuschpegel. Fest steht, dass zu laute Geräusche die Konzentration und damit die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Manche Mitarbeiter entwickeln chronische Stresssymptome wie Kopfschmerzen oder Erschöpfung. Experten gehen davon aus, dass bei einem hohen Gesprächspegel die Arbeitsleistung um zehn Prozent sinkt. Grund genug, um die Akustik im Büro zu verbessern. 

Nachhallzeiten senken

Schall breitet sich frei in alle Richtungen aus – im Raum und über die Bauteile. Es sind vor allem die harten und glatten Bauteile wie Decken, Wände, Fensterflächen, Trocken- und Systembauteile, über die der Schall reflektiert und nachhallt. 

Arbeitswissenschaftler empfehlen bei überwiegend geistiger Tätigkeit einen Schalldruckpegel im Mehrpersonenbüro von 35 – 45 Dezibel (A), also deutlich unter dem Richtwert von 55 dB (A). Mit der richtigen Schalldämpfung werden geringe Nachhallzeiten erreicht, die dennoch eine gute Sprachverständlichkeit ermöglichen. Orientierungswerte sind 0,5 bis 0,8 Sekunden Nachhallzeit je nach Größe des Büros. Zum Vergleich: im Tonstudio beträgt die Nachhallzeit 0,3 Sekunden, in Kirchen bis zu 4 Sekunden.

Schallabsorbierende Flächen

Erforderlich sind raumakustisch wirksame Materialien und Einrichtungsgegenstände, vor allem an Decken, Wänden und Böden:

  • Moos: Sie können Wände mit natürlichen Materialien wie Moos großflächig bedecken. Moos absorbiert nicht nur den Schall, sondern bringt auch die Natur ins Büro und reinigt dabei noch die Luft. Ein wahrer Blickfang, der keine besondere Pflege benötigt.
  • Deckenplatten und Akustiksegel: Deckenplatten absorbieren sehr wirkungsvoll den Schall und verdecken gleichzeitig die unter der Decke liegende Technik. Akustiksegel sind leicht und lassen sich einfach an der Decke befestigen. Mit ihren unterschiedlichen Farben und Designs sind sie auch eine schöne Dekoration.
  • Möbel: Große Schränke, Sessel und Sofas dämpfen den Schall. Werden die Möbel asymmetrisch gestellt, prallt der Schall in verschiedene Richtungen ab und der Geräuschpegel sinkt.
  • Trennwände: Am Schreibtisch platziert, können Trennwände den Schall direkt dort absorbieren, wo er entsteht. Um Reflexionen zu vermeiden, sollten die Trennwände verwinkelt gestellt werden. Eine niedrige Höhe reicht aus, um den Schall zu brechen.
  • Textilien: Teppiche und Teppichböden absorbieren gut den Schall, jedoch nur im hochfrequentierten Bereich. Gardinen und Vorhänge sind ebenfalls gut geeignet, allerdings werden sie offenen und modernen Büros kaum noch aufgehängt.
  • Pflanzen: Sie schlucken den Schall und sehen schön aus. Zudem verbessern sie das Raumklima. Pflanzen mit großen Blättern und einer rauen Rinde sind besonders gut geeignet.

Raumakustik ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der ganzheitlichen Raumplanung. Richtig umgesetzt, verbessert eine gute Akustik die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, reduziert Fehlerquoten und steigert die Arbeitsqualität.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Drucken