Nachhaltigkeit im Online-Handel

Green-Commerce

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Für viele Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Medien ist der ökologische Umbau unserer Gesellschaft ein zentrales Thema nach der Corona-Krise. Das Denkgebäude dahinter ist der vom World Economic Forum (Prof. Schwab) propagierte Great Reset. Bundeskanzlerin Merkel spricht häufig davon als große Transformation, Ursula von der Leyen vom Green New Deal, Joe Biden vom „Build back Better“ und andere vom New Normal. Unternehmen müssen sich daher zunehmend um neue ökologische Lösungen bemühen. Auch im Online-Handel wird Nachhaltigkeit zu einem Top-Thema. Es umfasst den Pre- sowie auch den After-Sales-Prozess.

Reduktion von Retouren

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom wird jede achte Lieferung von Online-Shops wieder zurückgesandt. Für manche Online-Shops beträgt die Retourenquote sogar bis zu 70 Prozent. Warenrücksendungen sind ökologisch schädlich, da zusätzliche Verpackungen und Transportwege anfallen. Zudem sind sie durch interne Bearbeitungsprozesse auch teuer. Meist können die zurückgesandten Waren auch nicht mehr wiederverwendet werden.

Shop-Betreiber tun daher alles, um Retouren zu vermeiden. Thomann, der weltweit führende Händler von Musikinstrumenten, setzt z. B. auf Profi-Fotos von hauseigenen Fotografen und auf selbst aufgenommene Hörproben für jedes Instrument. Zalando hat gerade das junge Schweizer Unternehmen Fision gekauft, die einen Bodyscanner mit virtueller Umkleidekabine entwickelt hat, mit der Kunden zu Hause über ihr Smartphone besser Maß nehmen können. Andere Händler setzen auf Anreize bei Stammkunden (z. B. Punktegutschriften), Virtual oder Augmented Reality (z. B. Butlers aus Köln).

Vermietung

Villeroy & Boch aus dem Saarland setzt mit Rent the Trend auf die Vermietung von Porzellan. Die Sharing Economy liegt im Trend. Tchibo Share vermietet Kinder- und Babykleidung.

Recommerce

Ein weiterer Öko-Trend sind Second-Hand-Plattformen. Momox aus Leipzig bietet schon seit vielen Jahren einen Marktplatz für gebrauchte Bücher. Den Ankaufspreis berechnet ein Algorithmus aus den eigenen Transaktionsdaten. Kleiderkreisel ist ein Marktplatz für gebrauchte Kleidung. Recht neu ist die Kombination aus neuen und gebrauchten Produkten. So verkauft Thomann neue Instrumente, bietet aber auch einen Shop für gebrauchte Produkte. Zalando hat mit dem Pre-Owned-Programm nachgezogen.

Reparaturservices

Vaude, der Hersteller für Outdoor-Kleidung vom Bodensee, bietet einen eigenen Reparaturservice. Refurbed.com ist auf generalüberholte Elektronikprodukte spezialisiert.
Wichtig bei Nachhaltigkeitsstrategien auch im Online-Handel ist die Glaubwürdigkeit und Authentizität der eigenen Aktionen. Öko-Aktionen rein aus Marketingzwecken ist reines „Greenwashing“ und fällt schnell auf und negativ auf den Betreiber zurück.

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