Fusion von realer und digitaler Welt

Metaverse

Pixabay

Für Schlagzeilen sorgte im Sommer die Umbenennung des Facebook-Konzerns in Meta. Für Mark Zuckerberg ist der neue Name gleichzeitig Programm. Sein Ziel ist es, ein neues Metaverse zu bauen, eine neue digital-reale Welt. Er sieht darin ein riesiges Marktpotenzial. Die Berater der Boston Consulting Group taxieren es auf mindestens 300 Mrd. Dollar. Manche sehen sogar einen neuen Billionenmarkt. Was steckt dahinter?

Aus Science Fiction wird Realität

Der Begriff “Metaverse” tauchte erstmalig in dem 1992 erschienen Science-Fiction-Roman “Snow Crash“ von Neal Stephenson auf. Darin ist Metaverse ein virtueller Ort, an dem sich Menschen mit ihren selbst kreierten Avataren treffen. Umgesetzt wurde es dann in dem Spiel Second Life, das in den 2000er Jahren populär war. Damals war es noch eine 2D-Welt. Was heute Mark Zuckerberg vorschwebt ist ein verkörpertes Internet. Im Multiplayer Game Fortnite sind Ansätze davon bereits erkennbar. 

Neue Identität

Wie bei Second Life gibt es im neuen Metaversum eine eigene Welt mit neuer persönlicher Identität, sozialen Beziehungen, eigener Wirtschaft und Währung sowie mit digitalen Reisen und Kulturangeboten. In dieser digital-realen Welt kann man dann der sein, der man in der realen Welt nicht sein kann. Der Großteil der Menschheit ist unzufrieden mit dem realen Dasein, steckt im falschen Job und ist sozial schwach. Mit Metaverse kann man seiner Lage entfliehen und in eine Scheinwelt abtauchen, ohne teure Reisen, quasi von der Wohnzimmercoach aus. 

Das Besondere am Metaverse ist die Persistenz und das Abkoppeln des virtuellen Lebens vom klassischen Bildschirm. Zum einen endet das Metasversum nie, auch wenn man nicht eingeloggt ist. Zum anderen findet es auch scheinreal statt, etwa wenn dann der Gesprächspartner aus dem Metaverse als Hologramm auf der eigenen echten Coach sitzt. Dieses Gefühl wird bereits in der erweiterten Realität (Augmented Reality) durch Datenbrillen wie die Microsoft-Hololens erzeugt.

Neuer Milliardenmarkt

Spiele wie Second Life und Fortnite haben gezeigt, dass auch in der virtuellen Welt neue Märkte entstehen. Produkte und Services werden dann mit digitaler Währung bezahlt. Die Leute werden auch virtuell Geld ausgeben, etwa für gute Mode. Der eigene Avatar soll ja schließlich auch gut aussehen. 

Segen oder Fluch?

Die bisherigen Anwendungen der Virtuellen Realität mit ihren klobigen VR-Brillen sind bisher gefloppt und nur in der Spieleindustrie halbwegs akzeptiert. Ob die Metaverse-Welt besser angenommen wird, muss erst bewiesen werden. Die Corona-Krise hat bisher gut gezeigt, dass die Leute auf reine digitale Service wie Videokonferenzen auf Dauer keine Lust haben. Menschen sind soziale Wesen, die den persönlichen Austausch von Angesicht zu Angesicht mit allen Sinnesreizen kalten digitalen Erlebnissen vorziehen. Sie nutzen sie häufig nur gezwungenermaßen oder für zeitlich begrenzte Zwecke. Zudem besteht die Gefahr, dass die Nutzer im Metaverse noch mehr Daten von sich preisgeben als aktuell etwa in den sozialen Netzwerken.

Metamaterialien

Vom Metaverse zu unterscheiden sind sogenannte Metamaterialien, die das Licht um sich herum lenken können und dadurch Objekte unsichtbar machen. Der Traum von der Tarnkappe würde dadurch wahr. Allerdings gibt es Metamaterialien in der Natur nicht. Forscher arbeiten jedoch weltweit an der künstlichen Erstellung.

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10.05.2022

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