Industrieller Mittelstand vor Problemen

Energiepreise steigen

Foto: Pixabay

Die Preise für Strom und Gas sind in Deutschland so stark gestiegen wie noch nie. Viele produzierende Unternehmen, die nicht rechtzeitig neue Energielieferverträge abgeschlossen haben, stehen nun vor einer existenzgefährdenden Kostenexplosion, die bei einigen schon zu Produktionsstilllegungen und Insolvenzen geführt hat. Was ist da los? Und wie gelingt eine flankierende Reduktion des Energieverbrauchs?

Preisentwicklung

Die Strompreise in Deutschland sind im internationalen Vergleich deshalb so hoch, weil die 2011 begonnene Energiewende und das 2021 verschärfte Klimaschutzgesetz zu Dreifachstrukturen führen. Die regenerative Energie, die massiv ausgebaut werden soll, liefert nicht in Dunkelflauten. Deshalb müssen konventionelle Kraftwerke und Speicher weiter vorgehalten werden. Die überschießenden Spitzen von Ökostrom müssen dagegen mehr oder weniger auf dem europäischen Strommarkt verschenkt werden. Diesen „Wahnsinn“ beschreibt Deutschlands Top-Ökonom Prof. Hans-Werner Sinn sehr anschaulich in seinem Vortrag 2021 beim Mises Institut.

Für die stark steigenden Erdgaspreise gibt es wohl mehre Gründe. Einige sagen, dass Russland weniger liefert. Andere glauben, dass Gaskraftwerke, die eigentlich nur für Lastspitzen vorgesehen sind, durch europaweite Abschaltungen von Kohle- und Atomkraftwerken in Volllast fahren müssen und die Nachfrage an den Gasbörsen erhöhen. Was können Unternehmen nun tun?

Maßnahmen

Langfristig ist eine Produktionsverlagerung in Ländern mit niedrigen Energiekosten denkbar, wobei nun China (Asien) durch die Lieferkettenprobleme in der Corona-Krise eher nicht mehr angesagt ist. Osteuropa kommt da eher in Frage.
Neben dem Abschluss von länger laufenden Energielieferverträgen zu den aktuell hohen Preisen und dem flexiblen, digitalen Einkauf von günstigen Strom- und Gastranchen in Flautenzeiten bleibt nur ein professionelles Energiemanagement. Viele Unternehmen haben an dieser Schraube in den letzten Jahren schon eifrig gedreht. Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion sind aber weiterhin wichtig:

  • Verwendung neuer energiesparender Anlagen und Maschinen, auch mit einer KI-basierten Datensteuerung,
  • Allgemeine Optimierung der Produktionsprozesse und Materialeinsatzströme,
  • Abdichtung von Leckagen (Energieverluste) in der Druckluftverteilung und bei Kühlungsanlagen,
  • Optimierung von Pumpensystemen (z. B. Reduzierung von Oberflächenrauigkeiten und Leckströmen, Drehzahlregelung),
  • Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen,
  • Einsatz von Bewegungsmeldern mit Zeitsteuerung oder Infrarotmessung,
  • Nutzung von Helligkeitsmessern mit Dimmerfunktionen,
  • Optimierung der Bürokommunikation (z. B. Öko-PCs, Server mit Energieverwaltungsfunktionen, Notebooks statt herkömmliche PCs, Flachbildschirme statt Röhrenmonitore,
  • Schulung von Mitarbeitern im kosteneffizienten Energieeinsatz.

Den Energieverbrauch Ihres Unternehmens können Sie anhand von Kennzahlen nachvollziehen, bewerten und mit Ihren Umweltzielen vergleichen, z. B.:

  • Energieverbrauch pro Stoffeinsatz (z. B. Wh/qm oder kWh/kg),
  • Stromverbrauch in der Verwaltung pro Mitarbeiter (kWh/kg),
  • Anteil regenerativ erzeugter Energie am Energieeinsatz.

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