Neuausrichtung und Restrukturierung

Branchen-Disruptionen

Foto: Pixabay

Die Corona-Krise beschleunigt den Wandel in vielen Branchen, der durch die Digitalisierung und den Klimawendel jedoch bereits viel früher eingesetzt hat. Die Pandemie und ihre Verwerfungen wirken auf viele Entscheider in Unternehmen wie ein Weckruf. Viele hören ihn, aber längst nicht alle. Wenn sich Spielregeln und Geschäftsmodelle in Branchen radikal ändern, spricht man auch von Disruptionen (to disrupt = unterbrechen). Es wird in einer Branche buchstäblich der Stecker gezogen.

Attacke von smarten Startups

Immer mehr Branchen werden von Newcomern mit neuen digitalen Technologien und Geschäftsmodellen attackiert. Innovative Startups betreten das Spielfeld und lehren etablierten Unternehmen das Fürchten. In einigen Branchen gehen dann die Lichter ziemlich schnell aus (z. B. Kameras, CDs, Handys). In anderen Branchen wiederum dauert der Veränderungsprozess länger, weil sich Konsumgewohnheiten über Generationen hinweg nur langsam anpassen (z. B. Printmedien, lokale Geschäfte) oder etablierte Anbieter gute Lobbyarbeit leisten und Widerstand durch gesetzliche Blockaden organisieren (z. B. Uber).

Einen technologieinduzierten Strukturwandel hat es vor allem in der jüngsten Menschheitsgeschichte jedoch immer schon gegeben. Autos haben Droschken abgelöst, E-Loks die Dampflokomotive, hydraulische Bagger die Seilbagger, PCs die Schreibmaschine und Digitalkameras klassische Fotoapparate. Das Muster ist immer gleich. Im digitalen Zeitalter und durch exogene Schocks wie die Corona-Krise geht nun alles aber viel schneller und radikaler.

Von dieser Entwicklung bleibt mittelfristig keine Branche verschont. Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Es ist daher für jede Unternehmerin und jeden Unternehmer existenziell, sich frühzeitig mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung in der eigenen Branche auseinanderzusetzen, Trends zu erkennen und eine zukunftsweisende Strategie zu entwickeln, die Raum für flexible Anpassungen lässt. Es geht mithin um eine präventive Neuausrichtung und Restrukturierung.

Beispiel Automobilwirtschaft

Der radikale Wandel wird besonders in Deutschlands bisheriger Vorzeigebranche deutlich. Die klimainduzierte Elektromobilität, Digitalisierung und jüngste Lieferengpässe setzen die deutsche Automobilwirtschaft unter Druck. So hat VW allein im Stammwerk Wolfsburg seine Produktion 2021 auf 400.000 Fahrzeuge halbiert. Auch für 2022 wird nur ein moderater Anstieg auf über 500.000 erwartet.

Die Tage des Verbrennungsmotors scheinen gezählt. Viele mittelständische Automobilzulieferer müssen sich umorientieren, wenn sie nicht untergehen möchten. VW, Daimler und BMW geben den aktuellen Marktdruck an ihre Lieferanten weiter. Einige sind daher schon in die Insolvenz gerutscht, wie z. B. A-Kaiser, Heinz Gruppe, Bolta Werke, Raichle GmbH und PWK Automotive. Aber auch die großen Zulieferer wie HELLA und Continental bleiben nicht verschont.

Bei der präventiven Restrukturierung muss dann alles schonungslos auf den Kopf gestellt werden. Je früher, desto besser. Welche Zukunftstrends gibt es? Wo können Disruptoren attackieren? Wie können wir uns mit neuen Geschäftsmodellen selbst an die Spitze der Bewegung stellen? Wie müssen unsere Strukturen und Prozesse gestaltet sein, damit wir fit für die Zukunft sind?

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