Steuergeschenke bleiben aus

Steueränderungen 2022

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Die neue Koalition hat zum Jahresbeginn eine Reihe von Steuerveränderungen beschlossen. Große Reformen bleiben aber aus. Wer auf Steuergeschenke gehofft hat, wird enttäuscht. Die Bundesregierung hat auch keine neuen Sparmöglichkeiten auf den Weg gebracht. Wir geben einen Überblick über wichtige Änderungen.

Einkommensteuer

Auch wenn große Steuergeschenke ausbleiben, so zahlen alle aufgrund der gestiegenen Grundfreibeträge etwas weniger. Für 2022 steigt der Grundfreibetrag auf 9.984 Euro (2021: 9.744 Euro). Bis dahin ist alles steuerfrei – sog. Existenzminim. Erst darüber hinaus muss Einkommensteuer gezahlt werden. Der Steuersatz beginnt mit 12 Prozent und steigt kontinuierlich an. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent beginnt ab einem zu versteuernden Einkommen von 58.597 Euro (2021: 57.918 Euro). Die Reichensteuer liegt bei 45 Prozent und betrifft Ledige mit einem Einkommen von 277.826 Euro (2021: 274.613 Euro) und Verheiratete mit einem Einkommen von 555.652 Euro (2021: 549.226 Euro).  

Option zur Körperschaftsteuer

Alle Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften können ab 2022 wie eine Körperschaft besteuert werden. So sieht es das Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) vor. Für alle Ertragsteuern wie Einkommen-, Körperschafts- und Gewerbesteuer gilt die Gleichstellung mit einer Kapitalgesellschaft. Es umfasst auch die Grunderwerbsteuer. Keine Auswirkungen gibt es auf die Erbschaftsteuer. Die Option muss spätestens einen Monat vor Beginn des Wirtschaftsjahres beantragt werden. Der Wechsel zu Körperschaftsteuer ist zu gut überlegen.     

Dienstwagensteuer für Hybridfahrzeuge

Sie müssen ab 2022 folgende Bedingungen erfüllen, damit die Selbstnutzung nach der 0,5 Prozent-Regelung versteuert werden kann. Unabhängig vom Kaufpreis müssen sie extern aufladbar sein (sog. Plug-in-Hybrid). Außerdem dürfen sie nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder eine rein elektrische Reichweite von 60 Kilometern (bis 2021: 40 Kilometer; ab 2025: 80 Kilometer) haben. Andernfalls ist die private Nutzung nach der 1-Prozent-Regelung zu versteuern.   

Sachzuwendungen

Arbeitnehmer dürfen ab diesem Jahr 50 Euro an steuerfreien Sachzuwendungen (statt 45 Euro) erhalten. Das können z. B. Tankgutscheine, Essensgutscheine oder Jobtickets sein. Voraussetzung ist, dass diese Leistungen zusätzlich zum geschuldeten Gehalt gezahlt werden.  

Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt wie geplant zum 1.1.2022 von 9,60 auf 9,82 pro Stunde. Ab 1.7.2022 erfolgt eine weitere Anpassung auf 10,45 Euro. Sind Minijobs davon betroffen, müssen Arbeitgeber ggfs. die Stunden anpassen, damit sie nicht die 450-Euro-Grenze überschreiten. Die Koalition hatte vor der Wahl versprochen, den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben. Die Erhöhung soll zum 1.10.2022 umgesetzt werden. Minijobber können dann 520 Euro statt 450 Euro pro Monat verdienen.

Corona-Bonus

Bis zum 31.03.2022 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern einmalig den sog. Corona-Bonus bis 1.500 Euro zahlen. Der Bonus ist steuer- und sozialversicherungsfrei. Er muss aber zusätzlich zum vereinbarten Entgelt gezahlt werden.

Homeoffice

Die Pauschale von fünf Euro pro Tag, maximal 600 Euro im Jahr, soll auch in diesem Jahr gelten. So steht es im Koalitionsvertrag. Ursprünglich war sie nur für die Jahr 2020 und 2021 gedacht.

Grundsteuer

Ab 2025 gilt eine neue Grundsteuer. Zur Umsetzung der Reform werden alle Immobilieneigentümer aufgefordert, zwischen dem 1.7. und 31.10.2022 eine Steuererklärung für ihre Grundstücke und Betriebe abzugeben. Stichtag für die Bewertung ist der 1.1.2022. Der zu diesem Tag maßgebliche Wert ist die Grundlage für die neue Grundsteuer.

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10.05.2022

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