In Deutschland steigen die Zulassungszahlen von E-Autos, auch dank der Firmenflotten und Tageszulassungen von Herstellern. Die Bundesregierung hat sich Ende November 2025 grundsätzlich auf eine neue Kaufprämie für E-Autos und Plug-in-Hybride geeinigt. Zudem möchte sie das geplante Verbot von Verbrennerautos 2035 abmildern.
Prognosen
- Für 2026 prognostiziert z. B. Dataforce rund 3,5 Millionen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland, was einem Plus von etwa fünf Prozent gegenüber 2025 entspricht.
- Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) sollen mit rund 650.000 Einheiten einen neuen Höchstwert erreichen.
- Plug-in-Hybride (PHEV) steigen - so die Prognose - zunächst um 53 Prozent im Absatz, könnten jedoch ab Inkrafttreten der neuen Euro-6e-bis-Norm 2026 um rund 14 Prozent zurückgehen.
Neue Förderprogramme
Die schwarz-rote Koalition hat sich Ende November 2025 im Koalitionsausschuss grundsätzlich auf eine neue Kaufprämie für E-Autos und Plug-in-Hybride geeinigt, mit einer Basisförderung von mindestens 3.000 Euro vor allem für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Diese Einigung legt die Eckpunkte fest, ersetzt aber noch nicht den formellen Gesetzes- und Verordnungsprozess.
Im Klima- und Transformationsfonds sind für 2026 rund 550 Mio. Euro für die neue E-Auto-Förderung eingestellt, weitere Mittel sind für 2027–2029 als Verpflichtungsermächtigungen vorgesehen. Die Ausgestaltung des Programms soll bis Ende 2025 fertig sein, Start ist „schnellstmöglich 2026“, häufig wird ein Beginn zum 1. Januar 2026 genannt, teils mit Möglichkeit einer rückwirkenden Förderung.
Die genaue rechtliche Umsetzung sowie Details zu Bedingungen und Antragsverfahren sind noch nicht vollständig veröffentlicht. Zudem steht die Förderung unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission.
Verbrenneraus 2035?
Bundeskanzler Friedrich Merz hat von der Kommissionspräsidentin in einem Brief weiterhin gefordert, am „sturen Verbrennerverbot“ nicht festzuhalten und Technologieoffenheit herzustellen. Die Bundesregierung hat sich auf eine Linie geeinigt, nach der Deutschland in Brüssel für Lockerungen eintritt, insbesondere für Plug‑in‑Hybride, Range‑Extender und Verbrenner mit klimafreundlichen Kraftstoffen (E-Fuels). Formal gilt noch das EU‑Ziel „Null‑CO₂ für Neuwagen ab 2035“ weiter.
Deutschlands Regierung argumentiert nun, dass ein starres Verbrennerverbot die Kernkompetenzen der europäischen und insbesondere deutschen Autoindustrie untergräbt und viele Arbeitsplätze gefährdet. Außerdem hält der Realismus Einzug, denn der erwartete E‑Auto‑Boom stellt sich in Deutschland noch nicht ein. Ladeinfrastruktur, Rohstoffabhängigkeiten und Kosten begrenzen die Akzeptanz eines reinen Batteriepfads. Daher müsse die Politik die CO₂‑Ziele vorgeben, aber den Weg dorthin dem Markt überlassen.
Fazit: Das „Kippen des Verbrenner‑Aus“ bedeutet aktuell keinen formalen Stopp des 2035‑Ziels, sondern einen politisch angelegten Kurswechsel hin zu breiten Ausnahmen und Hybrid‑/E‑Fuel‑Konstruktionen – wesentlich getrieben von Deutschland und Merz, aber noch nicht rechtlich entschieden.
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