02.10.2019

Vermögen sichern, Unternehmen erhalten

Stiftungen als Nachfolgemodell

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Bei Unternehmerinnen und Unternehmern, die ihre Nachfolge regeln möchten, werden Stiftungen immer beliebter. Allein in Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen rund 22.700 rechtsfähige Stiftungen. Sie verfügen zusammen über mehr als 68 Mrd. Euro Stiftungskapital. Stiftungen bieten Steuervorteile und eine gute Vermögensabsicherung, wenn z. B. Kinder fehlen oder für die Unternehmensführung nicht geeignet sind.

Was ist eine Stiftung überhaupt?

Ein Stifter möchte sich langfristig für einen bestimmten Zweck engagieren und bringt dafür sein Vermögen in eine Stiftung ein. Die Stiftung legt das ihr übertragene Vermögen sicher und gewinnbringend an. Die erwirtschafteten Überschüsse werden für den gebundenen Stiftungszweck ausgegeben, der individuell bestimmt wird und dauerhaft gilt. Ca. 95 % aller Stiftungen verfolgen gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke.

Unternehmenserhalt

Durch die Überführung eines Unternehmens in eine Stiftung lässt sich dieses über den Tod des Unternehmers hinaus erhalten. Die so zweckgebundenen Vermögen werden meistens als Stiftung bürgerlichen Rechts für die Ewigkeit installiert. Unternehmer können dadurch z. B. den Verkauf von Unternehmensanteilen an Dritte, die Abschöpfung von Liquidität durch Abfindungen ausscheidender Gesellschafter oder die erbrechtliche Zersplitterung des Unternehmens über Generationen hinweg verhindern und somit den Unternehmenserhalt sichern.

Als Stifter können Unternehmer ihr Vermögen, oder Teile daraus, auch schon zu Lebzeiten dauerhaft in die Stiftung einbringen. Die Stifter können auch die Höhe der Zuwendungen an ihre Familie festlegen, die unter anderem auch von der Ertragslage des Unternehmens abhängig gemacht werden kann.

Für die Ewigkeit

Da der Wille des Stifters für die Ewigkeit gilt, ist bei der Gestaltung der Stiftung darauf zu achten, dass einerseits der dauerhafte Unternehmenserhalt im Sinne des Stifters angestrebt wird. Andererseits muss hinreichende Flexibilität gewahrt werden, damit das Unternehmen notwendige strukturelle Veränderungen vornehmen kann.

Doppelstiftung

Wer als Stifter auf den Unternehmenserhalt genauso viel Wert legt wie auf die philanthropische Zielsetzung, für den ist das Doppelstiftungsmodell geeignet. Die Mehrheit am Unternehmen hält bei diesem Kombinationsmodell eine gemeinnützige Stiftung, die Mehrheit der Stimmrechte hält dagegen eine Familienstiftung.

Philanthropische Ziele

Sollte die Versorgung der Familie nicht erforderlich sein, kann der Stifter sein Vermögen in einer gemeinnützigen Stiftung zur Verfügung stellen. Damit kann er nach seinen ganz persönlichen Wertvorstellungen das Gemeinwohl fördern möchte.  

Alternativen zur ewigen, gemeinnützigen Stiftung

  • Verbrauchsstiftung: Sie erlaubt es, Vermögen zweckgebunden zu verbrauchen und nicht nur die Erträge. In diesem Fall muss sie aber mindestens zehn Jahre bestehen. Dabei muss die Zweckverwirklichung für den Zeitraum gesichert erscheinen.
  • Zustiftung: Für eine eigene Stiftung reicht ein Vermögen von 50.000 Euro aus. Bei kleineren Vermögensbeträgen bietet sich eine „Beteiligung“ (Zustiftung) an einer bestehenden Stiftung an. Zustiftungen erhöhen das Stiftungskapital und verbessern nachhaltig die Ertragssituation der Stiftung. Sie bleiben dauerhaft erhalten.

Es gibt nicht die eine passende Lösung als Patentrezept für die Unternehmensnachfolge. Spätestens ab dem 55. Lebensjahr sollten Unternehmer/innen das Thema Unternehmensnachfolge in Angriff nehmen. 

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