Steuerrecht aktuell

Steuerstundung erhöht die Liquidität

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Viele Unternehmen sind in der Corona-Krise von Liquiditätsengpässen bedroht. Bis die beantragten Förderkredite bewilligt sind, können Wochen vergehen. Eine schnell wirkende Maßnahme ist die Stundung von Steuerzahlungen. Betroffene Unternehmen können für ihre festgesetzten und noch nicht bezahlten Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuern beim zuständigen Finanzamt eine zinsfreie Stundung bis zum 31.12.2020 beantragen. Die Finanzämter sind angehalten, die Anträge wohlwollend zu prüfen. Ebenso können die Vorauszahlungen unkompliziert angepasst bzw. gesenkt werden. Das gilt auch für die Gewerbesteuerzahlungen und -vorauszahlungen, die die Gemeinden erheben. Die Finanzämter werden bis Ende 2020 auf die Vollstreckung (Kontopfändung) von säumigen Steuerzahlungen und auf Säumniszuschläge verzichten.   

Steuervorauszahlungen

Betroffene Unternehmen können die Abgabe ihrer monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuer-Voranmeldungen für April oder Mai 2020 über einen formlosen Antrag um zwei Monate verlängern. Somit ist die zum 10. April anzumeldende und fällige Umsatzsteuer erst am 10. Juni zu zahlen. Der Zahlungstermin 10. Mai wird auf den 10. Juli verschoben.

In einigen Bundesländern wie NRW, Hessen, Bayern kann die Frist für die Abgabe von Lohnsteueranmeldungen um zwei Monate verlängert werden. Betroffene Unternehmen müssen sich mit ihrem Finanzamt in Verbindung setzen und ihren Antrag begründen.

Steuerstundungen wirken sich zwar unmittelbar auf die Liquidität aus. Unternehmen tun dennoch gut daran, mit den gestundeten Beträgen sorgsam umzugehen, da die Steuern zu einem späteren Zeitpunkt nachgezahlt werden müssen. Im Falle einer Nichtabführung besteht das Risiko einer persönlichen Haftung der Geschäftsführung (§ 69 AO) sowie eines Straftatbestands gem. § 266a StGB.

1.500 Euro steuerfreie Sonderleistung

Arbeitgeber können ihren Beschäftigten aufgrund der Corona-Krise vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 Beihilfen und Unterstützungen (Sonderleistungen) bis zu einem Betrag von 1.500 Euro lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren können. Damit sollen vor allem die vielen Beschäftigten in der Gesundheitsbranche und im Lebensmitteleinzelhandel für ihren großen Einsatz belohnt werden. Voraussetzung ist auch hier, dass die Beihilfen und Unterstützungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden.

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