Immobilientrends 2024

So könnte sich der Markt entwickeln

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Die Bau- und Immobilienbranche befindet sich derzeit in der Krise. Nach Jahren des Booms, angetrieben auch durch die niedrigen Zinssätze, wurde 2023 so wenig gebaut und gekauft wie schon lange nicht mehr. Die spannende Frage ist daher, wie sich der Markt 2024 entwickeln wird.

Bauzinsen

Mit der raschen Anhebung der Leitzinsen durch die EZB ab Anfang 2022 bis heute auf 4,5 Prozent stiegen auch die Zinssätze für Immobilienkredite. Im Herbst 2023 lagen sie bereits bei über 4 Prozent für eine 10-jährige Zinsbindung. Inzwischen hat sich die Lage mit Zinssätzen zwischen 3 bis 3,5 Prozent wieder etwas entspannt.

Die Gründe dafür liegen vor allem in der spekulativen Erwartung der Märkte, dass die EZB den Leitzins von 4,5 Prozent ab Sommer 2024 wieder schrittweise senken wird, weil die Inflationsrate im Euroraum von 10,6 Prozent (Oktober 2022) auf 2,4 Prozent (November 2023) gesunken ist. Entgegen allen Erwartungen ist die Inflationsrate in der Eurozone im Dezember 2023 jedoch wieder leicht auf 2,9 Prozent gestiegen. Eine Zinssenkung der EZB hätte zwar positive Effekte auf das Wirtschaftswachstum, würde die Inflation aber vermutlich weiter anheizen. 

Die derzeit im historischen Vergleich niedrigen Zinssätze für Immobilienkredite, gerade nach dem dynamischen Rückgang im November und Dezember, könnten daher eine gute Gelegenheit sein, jetzt zu bauen oder eine Bestandsimmobilie zu kaufen. Wer auf weiter fallende Zinsen setzt, kann zunächst variabel finanzieren. Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich zudem für Ihre Anschlussfinanzierung den Zinssatz für bis zu fünf Jahre im Voraus sichern.

Neubau

In Deutschland fehlen derzeit rund 700.000 Wohnungen. In Ballungsräumen ist es für viele Familien selbst mit mittlerem Einkommen inzwischen sehr schwierig, eine passende Wohnung zu finden. Statt der angestrebten 400.000 Wohnungen wurden 2023 nur 270.000 Wohnungen gebaut. Für 2024 rechnen Immobilienexperten mit noch weniger, allenfalls 200.000 Wohnungen. Auch die Zuwanderungswelle erhöht die Nachfrage. In der Folge werden die Mieten weiter steigen. Für Investoren kann daher der Kauf oder auch der Neubau von Eigentumswohnungen interessant werden. 

Gesetzgebung

Dämpfend auf den Immobilienmarkt wirkt sich vor allem die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes („Heizungsgesetz“) aus, die am 1.1.2024 in Kraft getreten ist. Zwar gibt es für Bestandsimmobilien noch eine Schonfrist für die Umstellung auf neue Heizungen (bis 2026 bzw. 2028 dürfen noch reine Gas- und Ölheizungen eingebaut werden), aber die Immobilienwerte sind angesichts drohender Investitionen in die Energieeffizienz bereits gesunken. Zudem herrscht eine Unsicherheit bei Verkäufern und Käufern. Auch wurde die als Investitionsanreiz gedachte degressive Abschreibung im Rahmen des Modernisierungsgesetzes erst einmal auf Eis gelegt.

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